Lernen durch Praxis

Im dritten Semester bietet das StartUp-Modul Raum eigenen Ideen auszuprobieren, neue Bereiche kennenzulernen oder selbst Projekte zu initiieren. Die Studierenden entwickeln ein Projekt, das zu ihren Interessen und beruflichen Zielen passt: eigenverantwortlich und mit einem klaren Praxisbezug. Das Projekt soll dabei idealerweise einen positiven Beitrag zur sozialen, ökologischen oder ökonomischen Transformation der Gesellschaft leisten und nachhaltige Mehrwerte schaffen. Es wird ein methodisches Vorgehen angewendet, das durch Reflexion – etwa mit Hilfe vermittelter Theorien oder eigenen Ansätzen wie Design Thinking oder Bricolage-Theorie – begleitet wird. Die Studierenden entwickeln dabei nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern stärken auch ihre Fähigkeiten im Projektmanagement, in der Kommunikation und in der eigenverantwortlichen Planung und Dokumentation.

Das Modul ist in zwei Varianten gestaltet: Entweder als selbstorganisiertes Projekt, bei dem die Studierenden die gesamte Planung und Umsetzung selbst übernehmen, oder als Projekt im Rahmen eines vorgegebenen Rahmens wie Praktika, Fortbildungen oder Wahlkampagnen. Die Projektideen sind vielfältig – von der Gründung eines Startups oder Vereins über die Entwicklung eines Prototyps, eines Businessplans oder einer digitalen Plattform bis hin zur Planung eines Events oder der Erstellung eines Podcasts. Das Modul fördert somit nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch die persönliche und berufliche Entwicklung der Studierenden und ermöglicht ihnen, mögliche Karrierewege aktiv zu erkunden und zu testen.

Angebote aus unserem Netzwerk

Die Alon Akademie gUG, eine junge gemeinnützige Bildungsorganisation mit einem modernen Makerspace in Wesel, sucht Studierende für ein praxisnahes Projekt im Rahmen des Startup-Moduls. Gemeinsam mit euch wollen wir herausfinden, wie wir Jugendliche außerhalb der Bildungsbubble – besonders jene, die sich abends im öffentlichen Raum treffen – authentisch erreichen und für partizipative Projekte gewinnen können.

Eure Aufgabe: Entwickelt ein praxistaugliches, kreatives und empathiebasiertes Zugangs- und Kommunikationskonzept, das Jugendliche mit unterschiedlichen Lebenswelten und Hintergründen anspricht. Ihr erforscht ihre Sprache, ihre Räume und ihre Bedürfnisse – und gestaltet Strategien für einen vertrauensvollen, nicht-erwachsenen-zentrierten Zugang. Dazu gehören die Analyse von Kommunikationskanälen (TikTok, Plakate, Streetwork), die Entwicklung eines tonalen Leitfadens und die Erarbeitung von Lösungen, um die Hürde zu überwinden, den Projektraum zu betreten.

Das Projekt ist ideal für Studierende, die sich für Social Innovation, Jugendkultur, empathische Kommunikation und strategische Partizipation begeistern. Keine Vorkenntnisse notwendig – nur Neugier, Kreativität und die Bereitschaft, über den akademischen Tellerrand hinauszuschauen. Ihr arbeitet eng mit dem Alon-Akademie-Team und lokalen Akteur:innen zusammen – von Anfang an mitgestaltend und mit echtem Impact.

Das Projekt findet vor Ort im Makerspace in Wesel statt, kann aber durch Online-Termine und Homeoffice-Arbeit ergänzt werden. Die Zusammenarbeit ist flexibel und kann an eure individuellen Zeitressourcen angepasst werden. Eine Vergütung oder Aufwandsentschädigung ist geplant und wird gemeinsam mit der Hochschule abgestimmt.

Wenn ihr Lust habt, eine echte Brücke zwischen Erwachsenen und Jugendlichen zu bauen – mit kreativen Ideen, tiefem Verständnis und strategischem Denken – dann seid ihr bei uns genau richtig. Meldet euch jetzt und gestaltet mit uns die Zukunft der Jugendbeteiligung!

konkrete StartUp Projekte unserer Studierenden

Sandra Haag - StartUp Gründung und Prototypentwicklung

Im Rahmen ihres Startup-Moduls entwickelte Sandra die Idee von Memini, einem schmuckartigen Produkt mit NFC-Technologie, das physische Erinnerungen digital speichert und jederzeit wieder erlebbar macht. Sie validierte ihre Idee durch eine Umfrage und 12 Interviews, entwickelte iterativ Prototypen aus 3D-Druck und Epoxidharz und entschied sich nach der Marktforschung für eine neue Zielgruppe: erwachsene Frauen statt Kinder. Dabei erweiterte sie ihr technisches Verständnis für Softwarearchitektur und KI-gestützte Entwicklung und lernte, Hypothesen ehrlich zu testen – auch wenn sie der eigenen Erwartung widersprachen. Das Modul half ihr, realistische Einsichten in das Gründen zu gewinnen, ihre persönlichen Stärken und Schwächen zu erkennen und den Mut zu finden, auch unangenehmes Feedback als wertvollen Lernschritt zu nutzen. Sandra rät anderen Studierenden, früh zu validieren, Pivots zu wagen und das Modul als sicheren Raum für kreatives Ausprobieren zu nutzen – besonders dann, wenn es herausfordernd wird.

Lara Netzter - Praktikum

Im Rahmen ihres Startup-Moduls absolvierte Lara ein fünfmöntiges Praktikum im Bereich New Business Development & Innovation bei Vodafone Deutschland, bei dem sie an der Entwicklung neuer Geschäftsideen im Bereich Health Tech, Cyber Security und kritische Infrastruktur mitwirkte. Sie führte Markt- und Trendanalysen durch, erstellte Business Cases und unterstützte die strategische Entwicklung von Partnerschaften in den Bereichen KI und Robotics. Durch die Arbeit in einem großen Konzern gewann sie wertvolle Einblicke in die Innovationsprozesse im Großunternehmen und erkannte, dass sie sich als Generalistin in verschiedenen Themenfeldern besonders gut entfalten kann. Das Projekt stärkte nicht nur ihre fachlichen Kompetenzen in strategischer Planung und Stakeholder-Management, sondern auch ihr Selbstvertrauen in hierarchischen Strukturen. Lara empfiehlt anderen Studierenden, sich bewusst für ein Projekt zu entscheiden, das ihre beruflichen Ziele unterstützt, und betont die Bedeutung von Praktika zur Netzwerkbildung und beruflichen Orientierung.

Dario Rakitic - StartUp Gründung

Im Rahmen seines Startup-Moduls gründete Dario sein eigenes Freelance-Unternehmen im Bereich Experience Design unter seiner eigenen Marke und baute ein professionelles Leistungsprofil auf, das auf echtem Marktfeedback basiert. Er entwickelte eine klare Positionierung als Experience Designer, statt klassische Servicepakete anzubieten, und setzte aktiv einen Go-to-Market-Ansatz um – mit Kaltakquise, Netzwerkaufbau und realen Gesprächen mit Entscheidern aus der Branche. Dabei erstellte er eine professionelle Website als zentrales Akquise-Tool und analysierte erfolgreich Marktpartner wie Random Studio oder Parasol Island. Er lernte, dass echte Marktbedürfnisse oft anders sind als erwartet – sein größter Aha-Moment war der Pivot von festen Angeboten hin zu flexiblen Kompetenzprofilen. Dario rät anderen Studierenden, sich nicht vor echten Herausforderungen zu fürchten, sondern aktiv ein eigenes Projekt aufzubauen, um wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Unsicherheit, Feedback und echtem Marktzugang zu sammeln.